Die Tagesimpulse zum Advent 2020

Tagesimpuls 29. November 2020

Advent. Wir warten auf Weihnachten!
Ich bin nicht gut im Warten. Ich habe zu viel zu tun zum Warten. Warten ist eine nervige Zeitverschwendung. Ob im Supermarkt an der Kasse, ob im Wartezimmer oder an der Ampel – es nervt!
Und jetzt warten wir auf Weihnachten. Nein, wir warten eigentlich nicht. Auch oder gerade die Adventszeit war ja immer voller schöner Sondertermine: Weihnachtsfeier in der Firma, im Sportverein der Kinder, Plätzchen Backen, noch mal eben nach Köln, Düsseldorf oder Nijmegen zum Geschenke schoppen, Besuch diverser Weihnachtsmärkte. Zum Glück warte ich ja nicht. Nein im Gegenteil: Ich habe so viel zu tun, dass ich eigentlich keine Zeit mehr habe zum Warten. Und wenn der 24. Dezember vor der Tür steht, denke ich: „Eigentlich brauchst du jetzt noch zwei Wochen Adventszeit...!“

Ein Lehrstück zum Warten war für mich unsere Ampel am Schweinemarkt. Erinnern Sie sich noch? Für uns Fußgänger vergingen gefühlte Ewigkeiten, bis die Ampel auf grün sprang. Stattdessen fuhr unentwegt eine endlose Autoschlange vorbei. Ich wartete entnervt im Regen und die Grünphase war noch weit.
Das ist aber alles vorbei. Zum Glück hat ein guter Mensch die Ampel so umgestellt, dass es nach einem Knopfdruck manchmal nur noch fünf Sekunden braucht, um den Fußgängern grün zu geben. Und ich freue mich jedes Mal!
Doch ganz leise vermisse ich auch die Atmosphäre, die sich manchmal beim Anstehen ergab. Weil die Rotphase so lange dauerte, wartete ich eigentlich nie allein. Und es ergab sich oft eine Art Schicksalsgemeinschaft unter uns Wartenden. Einer seufzte, ein Anderer pflichtete bei, jemand witzelte, dass es sich vielleicht lohnen würde, einen Kiosk aufzubauen. Und in der Gruppe der Menschen, die eigentlich alle nur die Straße überqueren wollten, entstand etwas Neues, das es ohne die endlosen Rotphasen nie gegeben hätte. Gemeinschaftssinn, Humor, Sympathie, Verständnis, vielleicht ein kleines Schwätzchen, das plötzlich auch noch mehrere Ampelphasen dauern konnte.

Und was lehrt mich die Ampel über den Advent?
Warten ohne Pläne, ohne Termine. „Niksen“ – wie man in den Niederlanden sagt, mal nichts tun. Einfach nur leere Zeit, in der etwas geschehen kann, mit dem ich nicht gerechnet habe. Etwas, das ich gar nicht geplant habe. Dann kann mir etwas Neues begegnen, etwas Ungeplantes. Dann kann ein Kind geboren werden.
Machen wir es wie das Ampelmännchen: Einmal stehen bleiben und die Arme weit öffnen für das, was kommt.

(Hanno Risse)

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Tagesimpuls zum 30. November 2020

Advent – das ist Bahnhof


Advent – das ist Bahnhof.

Ja, Sie lesen vollkommen richtig.

Advent hat was mit Bahnhof zu tun.

Und falls Sie in diesen Tagen

eine halbe Stunde Zeit übrig haben,

dann gehen Sie einfach mal zu einem Bahnhof-

und schauen und hören Sie hin.

Da wird Abschied genommen-

und willkommen geheißen.

Da bricht einer auf,

und da kommt eine an.

Das ist Advent.

Warten. Ungeduldig oder gelassen- je nach Typ.

Aber warten.

Ankommen oder Abfahren.

Advent heißt:

Da kommt was.

Da ist uns was zugesagt.

Da wird was geschehen.

Advent heißt:

die Sehnsucht wachsen lassen-

die Sehnsucht aufzubrechen

und die Sehnsucht anzukommen.

Ja, Sehnsucht kann wehtun.

Das ist Advent.

Warten, hoffen, vertrauen.

Sehnsucht muss wehtun.

Wie sonst soll ich die Kraft bekommen,

in meinem Leben etwas zu ändern?

(aus Andere Zeiten, Andrea Schwarz.)

(Rita Kowal)

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Tagesimpuls zum 1. Dezember 2020

Liebe Leser und Leserinnen der Advents-Impulse!

Wer von Ihnen weiß das nicht? Immer am 24. Dezember ist Weihnachten. Wir feiern die Geburt Jesu.

Doch jedes Jahr aufs Neue kommt der 24. Dezember für viele „überraschend“ und der Einkaufsstress beginnt. Doch die Adventszeit und vor allem das Weihnachtsfest sollten mehr sein, als nur Hektik, Stress und Geschenke verteilen. Dazu ist mir ein Rezept in die Hände gefallen, das ich heute mit Ihnen teilen, Ihnen ans Herz legen möchte.

Lassen Sie es uns für eine friedvolle Vorweihnachtszeit gemeinsam versuchen!

Dass uns Allen das Rezept gelingt, wünscht Ihnen

Ihre Pastoralreferentin Kirsten Ebben


Rezept „Für eine besinnliche Adventszeit“

Man nehme 1 ganze Adventszeit, putze sie vollkommen sauber von Ärger, Stress und Hektik und zerlege diese in 24 gleich große Tage, so dass der Vorrat genau bis Weihnachten reicht.

Diese Tage werden nun angerichtet mit:

2 Teilen Harmonie,

2 Teilen Innehalten

und je 1 Teil Vorfreude, stiller Zeit,

Gemütlichkeit und Gelassenheit.

Diese Portionen werden anschließend mit reichlich Liebe übergossen. Jeden einzelnen Tag verziert man dann mit Adventsgeschichten, Kerzenschein, Weihnachtsleckereien, Gedichten, Fröhlichkeit und anderen wohltuenden Nettigkeiten. Man fügt jeweils etwas Bratapfelduft hinzu und serviert ihn mit Besinnlichkeit.

Nimmt man von allen Zutaten etwas mehr, bleibt genug übrig, um gute Freunde liebevoll damit zu beschenken.

Guten Appetit!

(Verfasser mir unbekannt)

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Tagesimpuls zum 2. Dezember 2020

Der Wecker klingelt
Wie immer viel zu früh.
Ich schrecke auf
Was? Schon aufstehen?
Jetzt wäre es doch noch so kuschelig warm im Bett.
Die Versuchung ist groß: Wecker ausmachen, sich umdrehen,
Weiterschlafen.

Der Advent beginnt.
Wie immer viel zu früh.
Ich schrecke auf.
Was? Sich vorbereiten auf die Ankunft Jesu?
Jetzt wäre es doch noch so gemütlich im Trott des Alltags.
Die Versuchung ist groß: weghören, nicht zur Kenntnis nehmen,
Weiterschlafen
Stehe ich auf?

(Ulrike Altherr)


Allen Leserinnen und Lesern - und mir- wünsche ich, dass wir den Weckruf
hören und wir heute zu einem wunderbaren Tag beitragen.

Reiner Weidemann


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Tagesimpuls zum 3. Dezember 2020

Nun ist er wieder da, der Advent. Für viele Supermärkte begann er bereits Anfang September, als die ersten Dominosteine und Spekulatius in den Regalen lagen. Viele Geschäfte, Einkaufsstraßen und Vorgärten sind bereits weihnachtlich geschmückt. Die Adventszeit ist für viele Menschen längst zur Weihnachtszeit geworden. - Und dennoch stehen am 1. Advent in unseren Kirchen nicht von zahlreichen Lichterketten hell erleuchtete Weihnachtsbäume, sondern Adventskränze, auf denen eine Kerze brennt. Die Adventszeit hat die kirchliche Tradition bewusst als Weg verstanden und angelegt, als ein Weg, der von Sonntag zu Sonntag heller wird bis zum Lichtermeer der heiligen Weihnacht. Insofern passt auch der lebendige Adventskalender wunderbar in dieses Konzept. Wir machen uns auf, wenn möglich Abend für Abend, um uns so dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes im Christkind auf unterschiedliche Art und Weise zu nähern. Die Einladung Jesu gilt: „Kommt und seht!“ (Joh 1,39).

(P. Manfred Krause, SVD)

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Tagesimpuls zum 4. Dezember 2020

In der Adventszeit trifft man im Heiligenkalender der Kirche auf adventliche Menschen: Heilige, die den nachfolgenden Generationen durch Gedenktage, Legenden, Bräuche und Symbole viele Jahrhunderte erhalten geblieben sind.

So gedenken wir heute am 4. Dezember der Heiligen Barbara. Barbara lebte wohl um 300 n. Chr. in Nikomedien in Kleinasien, der heutigen Türkei. Nach der Überlieferung war sie die Tochter eines reichen heidnischen Kaufmanns. Gegen seinen Willen ließ sich Barbara taufen. Ihr Vater hatte jedoch andere Pläne mit ihr und wollte sie unbedingt von ihrem Glauben abbringen. Deshalb sperrte er sie in einen Turm. Doch Barbara hielt an ihrer Entscheidung fest und blieb Christus treu. Da ließ der Vater sie zum Tode verurteilen. Er selbst soll seine Tochter getötet haben.

Barbara wird besonders als Helferin in der Sterbestunde und als Schutzpatronin der Bergleute verehrt. Eine Legende erzählt, dass sich auf ihrem Weg ins Gefängnis ein kahler Kirschbaumzweig in ihrem Kleid verfing. Diesen Zweig soll sie ins Wasser gestellt haben. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte er auf. Ihre Worte sind überliefert: „So wird es auch mit mir sein. Wenn sie mich töten, werde ich aufblühen zu neuem Leben.“

Als Christen wollen wir das Andenken der heiligen Barbara erhalten. Auf diese mutige Frau schauen wir heute und überlegen, wo sie uns Vorbild in unserem Leben sein kann.

Aus der Legende wissen wir, dass Barbara von der frohen Botschaft fasziniert war.
Guter Gott und Vater, gib auch uns etwas von dieser Begeisterung.

Stille

In Barbaras Lebensgeschichte können wir nachlesen, dass sie treu für das
eintrat, was in ihren Augen gut und richtig erschien. Guter Gott und Vater,
schenke auch uns etwas von diesem Mut, damit wir uns für das Richtige im Leben einsetzen.

Stille

Barbara hatte unglaubliches Gottvertrauen. Sie wusste, das Gott aus Starrem,
Kaltem und Totem Lebendiges entstehen lassen kann.

Stille

Segen
In Verbundenheit mit der heiligen Barbara bitten wir Gott um seinen Segen:
Der Segen des dreifaltigen Gottes komme über uns,
dringe ein in die Enge unseres Geistes,
durchbreche unsere Gleichgültigkeit
und erleuchte unser Inneres
mit den Strahlen seiner Freundlichkeit.
So segne uns der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Andrea Kuypers

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Tagesimpuls zum 5. Dezember 2020

Am 5. Dezember stellen wir unsere Stiefel an die Türe, in der Hoffnung, dass der Nikolaus sie in der Nacht mit Leckereien und kleinen Geschenken füllt.

Früher wurde bei uns in der Familie auch immer der Wunschzettel für das Christkind an den Stiefel gelegt und ein paar Möhren für das Eselchen des Nikolaus. So hofften wir, dass der Nikolaus den Wunschzettel beim Christkind abgeben würde und zur Not das Eselchen ihn daran erinnerte. Meistens hat das auch geklappt. Wir fanden morgens was Gutes im Stiefel, der Wunschzettel war weg und von den Möhren lag nur noch ein abgenagtes Ende neben dem Stiefel. Dann konnten wir ja ganz beruhigt auf Weihnachten warten.

Der Nikolausvorabend hatte eine schöne friedliche Tradition. Den Gedanken an Knecht Rupprecht, der statt Leckereien eine Rute in den Stiefel stecken könnte, gab es bei uns gar nicht. Wir waren ja "immer" lieb. Das ist aber nicht überall so:

Im Ostalpenraum, auch in Teilen von Bayern, gibt es heute noch den Brauch des Krampus bzw. der Krampusse. Ich war richtig erschrocken, als ich diese Gruselgestalten das erste Mal sah. Was müssen sich die Kinder und Erwachsenen, die diesen Brauch nicht kennen, bei diesen Gestalten erschreckt haben. Der Brauch verbindet vorchristliches mit dem Nikolausfest: Der Krampus ist eine vorchristliche Gestalt und wurde im Alpenraum in den Nikolausbrauch aufgenommen, um die bösen Geister in Schach zu halten. Sicher ist sicher haben sich die Menschen früher bestimmt gedacht. Heute schlagen Psychologen wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie über die möglichen traumatischen Folgen einer Begegnung mit einem Krampus nachdenken.

Weiter schauen wir in unser Nachbarland die Niederlande. Hier wird Sinterklaas, der übrigens in Spanien sein Zuhause hat und sich im Sommer die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, vom "Zwarte Piet" begleitet. In unserer Gesellschaft, die sich richtigerweise gegen Rassismus und Diskriminierung wendet, bleibt die Frage, wie lange diese Traditionsfigur noch bestehen mag, aber aktuell bringt Sinterklaas seine dunklen Begleiter in jedem Jahr mit in die Niederlande. Hier ist tatsächlich eine Veränderung erfolgt: wie schön! Hatten die Kinder früher Angst vorm Zwarten Piet, weil er - so wie in unseren Regionen Knecht Ruprecht - mit der Rute kam, so wird er heute freudig erwartet, weil er den Kindern Leckereien schenkt und ein lustiger Geselle ist.

Veränderung ist also möglich, auch bei Traditionen.

Dieser Gedanke führt mich zu einem Zitat von Maria von Ebner-Eschenbach:

"Dem, der uns Gutes tut, sind wir nie so dankbar wie dem, der uns Böses tun könnte, es aber unterlässt."

Die Erkenntnis, dass unser Gegenüber die Wahl hat, Böses oder Gutes an uns zu tun, kann uns öffnen für das Gute und unsere Dankbarkeit vergrößern.

Im Psalm 16, dem heutigen Tagespsalm (gekürzte Fassung "Hoffnung für alle!") erkennt der Beter, wer der Ursprung seines ganzen Glücks ist.

...Beschütze mich, Gott, denn bei dir suche ich Zuflucht! Ich bekenne: Du bist mein Herr und mein ganzes Glück! Du, HERR, bist alles, was ich habe; du gibst mir, was ich zum Leben brauche. In deiner Hand liegt meine Zukunft. Ich preise den HERRN, denn er gibt mir guten Rat. Selbst nachts erinnert mich mein Gewissen an das, was er sagt. Ich sehe immer auf den HERRN. Er steht mir zur Seite, damit ich nicht falle. Darüber freue ich mich von ganzem Herzen, alles in mir bricht in Jubel aus. Bei dir, HERR, bin ich in Sicherheit. Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück.


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Tagesimpuls zum 6. Dezember

 

Tagesimpuls zum 7. Dezember 2020

Aufbruch - Jesaja 60

Mache dich auf,
werde licht, heil, durchschaubar,
wie ein Engel,
der das Licht nicht für sich behält,
vielmehr durch sich hindurch fließen lässt.

Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich,
und Dunkel die Völker.

Mache dich auf;
Denn deine Lichtquelle ist Gott,
Ursprung aller Licht-Energie.
Sie strömt in dir
und von dir aus
in alle Finsternisse unserer Welt.

Denn dein Licht kommt
und die Herrlichkeit des Herrn
geht über auf über dir.

Mache dich auf
und leuchte in den Dunkelheiten;
dann werden die Heiden sich von deinem Licht
entzünden lassen
und es wird heil auf der Erde –
nicht unendlich,
aber endlich.

Denn über dir geht auf der Herr,
und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

(Hanns Dieter Hüsch; Uwe Seidel: Ich stehe unter Gottes Schutz - Psalmen für alle Tage
tvd-Verlag, Düsseldorf 1999)

Norbert Oeser

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Tagesimpuls zum 8. Dezember 2020

Vielleicht…

Zünden wir heute einmal ganz bewusst

Eine Kerze an,

eine Kerze der Hoffnung, die wir alle

in den letzten Monaten ganz dringend

benötigten… Hoffnung, weil uns viele

vertraute Menschen und Begegnungen

fehlen, Feste nicht möglich sind oder

nur ganz anders, als gewohnt.


Vielleicht…

Und hoffentlich haben wir


Hilfsbereitschaft

Offene Ohren

Freude

Freunde

Nähe

Unbeschwertheit

Neue Ideen

Glauben

Bestimmt…

haben wir trotzdem Erfahrungen gemacht,

die uns ein gutes Gefühl vermitteln!

Halten wir einen Moment inne und

danken für einen Moment, eine Begegnung,

die uns hoffen lässt.

Wie heißt es in einem Kinderlied: „Alle Menschen

warten hier und überall, warten voller Hoffnung

auf das Kind im Stall.

(Rita Simons)

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Tagesimpuls zum 9. Dezember 2020

In diesen Tagen der besinnlichen Zeit und der Vorbereitung auf Weihnachten stehen „Sterne“ in unserem Fokus. Das Thema Stern ist gerade auch in unserer Kita Am Sandthof sehr aktuell und begleitet uns durch den Sternenpost-Adventskalender in den jeweiligen Gruppen.
Neben der Geschichte von Elke Bräunling haben wir noch eine Idee angehängt, wie man bezaubernde Sterne aus Materialien (ausgebrannte Teelichter, Schere, Bleistift, Nadel, Faden…) basteln kann die sicherlich jeder zu Hause hat.
Wir wünschen allen Familie besinnliche Adventstage, das Team der Kita Am Sandthof

Der Besuch des kleinen Sternchens
Adventsmärchen für Kinder – Ein Sternchen und ein kleines Adventswunder
Einmal wollte ein Sternchen in jener Zeit, in der es in dem Land da unten auf der Erde am dunkelsten ist, einen Tag mit seinem Sternenlicht ein bisschen heller machen. Doch als es mitten in der Stadt auf einem Bürgersteig landete, stellte es fest, dass es seine Lichtkraft verloren hatte. Dass Sterne nur am Himmel hell strahlen und nicht auf der Erde, ja, das hatte es in seinem Eifer glatt übersehen. So lag es nun auf dem harten Asphalt und fühlte sich sehr unwohl.
„Oh, ein kleiner Stern“, sagte da eine Stimme und eine raue Männerhand nahm das Sternchen und legte es auf ein Fensterbrett. „Dieser Platz ist besser für dich. Hier kann dich keiner zertreten.“
Ehe sich das Sternchen bedanken konnte, war der Fremde auch schon verschwunden.
„Willst du mich besuchen, kleiner Stern?“, fragte die alte Frau, vor deren Fenster der kleine Stern nun lag. „Das freut mich aber sehr. Oh, wie mich das freut. Warte.“ Sie verschwand in der Küche und legte wenig später ein Lebkuchen-Engelchen neben das Sternchen. „Damit du dich nicht so alleine fühlst.“
Wie freute sich das Sternchen da!
„Nun habe ich schon drei Freunde hier in diesem Land“, flüsterte es. „Der Mann mit den rauen Händen. Er hat mir geholfen und mich vom Boden aufgehoben. Dann die nette alte Dame, und der kleine Lebkuchenengel, der süß duftet,.“Der kleine Stern schnupperte. „Hm! Du duftest wirklich fein. Hm!“ Da lächelte das Engelchen. „Wir werden noch viele Freunde finden an einem Tag wie diesem“, sagte es.
Und so geschah es auch. Viele Leute nämlich, denen man ansah, dass sie es eigentlich eilig hatten, blieben stehen und staunten über das Sternchen, das neben einem Engelchen lag. Manche redeten auch mit den beiden, wieder andere summten Melodien oder sangen Lieder, die von Engeln, Sternen und Kerzenlicht handelten. Später dann stellte ein Kind noch eine Kerze aufs Fensterbrett, und das sah sehr feierlich aus. So feierlich, wie jene kleinen Wunder, die manchmal wahr werden wollten, aussahen.
aus: Hör mal, Oma! Ich erzähle dir eine Geschichte von Elke Bräunling


TEELICHT Sterne
Löse den Docht aus dem ausgebrannten Teelicht. Schneide nun aus dem Rand des Teelichtes Dreiecke heraus, so dass Zacken entstehen. Biege die Zacken nach außen und drücke das Teelicht schön flach – und schon ist der Stern fertig. Mit einem Bleistift oder einer Häkelnadel kann man den Stern nun noch mit Punkten und Strichen schön verzieren und anschließend als Girlande ans Fenster hängen.

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Tagesimpuls zum 10.12.2020

Bereitet den Weg des Herm

Bereitet den Weg des Herrn

durch die Wuste der Hoffnungslosigkeit

durch das Gestrüpp des Misstrauens

durch das Meer der Traurigkeit

durch das Labyinth der Enttäuschungen.

Bereitet den Weg des Herrn:

Versöhnt die Verfeindeten.

Ermuntert die Müden.

Sucht die Irrenden.

Besucht die Einsamen.

Bereitet den Weg des Herrn.

Denkt das Undenkbare.

Hofft das Unmögiiche.

Glaubt das Unfassbare.

Der Herr ist nahe.


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Tagesimpuls zum 11. Dezember 2020

Advent heißt Warten….

Mahnung zur Geduld (Jakobus 5, 7–8)

So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. 8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

Advent

Advent ist in vielerlei Hinsicht eine Zeit des Wartens. Da gibt es Kinder, die sehnsüchtig auf ihre Geschenke unter dem Weihnachtsbaum warten. Berufstätige, die ihren Urlaub herbeisehnen und Alleinstehende, die auf Besuch hoffen. Es gibt aber auch Menschen, die auf Gott warten, denn Advent bedeutet auch immer Ankunft. Gott schenkte uns damals seinen Sohn Jesus Christus. Auch heute warten die Menschen darauf, dass sie von Gott erfüllt werden. Jede und jeder von uns muss täglich warten, sei es an einer roten Ampel, an der Kasse oder auf das Essen, das im Backofen ist. Manche warten auch auf Prüfungsergebnisse, auf die Geburt ihres Kindes oder den Besuch lieber Menschen. In der Bibelstelle, Mahnung zur Geduld, dürfen wir erfahren, dass es sich lohnt zu warten. Gott wird unser Warten mit seiner Ankunft belohnen. Aber auch in den kleinen Dingen werden wir für unser Warten belohnt, denn eine rote Ampel wird irgendwann auch grün, das Essen ist bald fertig, wenn es im Backofen steht. Eltern freuen sich über die Geburt ihres Kindes und Freunde über gemeinsam verbrachte Zeit. Warten hat also auch immer etwas Gutes. Denn wie heißt es so schön: Vorfreude ist die schönste Freude. So lasst uns also die Adventszeit genießen.

Gebet

Guter Gott, manchmal fällt es uns so schwer zu warten. Die Zeit vergeht so langsam. Doch du bist bei allen Menschen, die warten müssen. Hilf uns, dass wir die Wartezeit sinnvoll nutzen und die Vorfreude genießen können. Schenke uns eine schöne Adventszeit.

Texte aus: „Das Kirchenjahr feiern! Advent und Weihnachten. VCP | Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder“
Bild aus: http://hennef.ekir.de/wp-content/uploads/warten-ii-780x473.jpg

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Tagesimpuls zum 12. Dezember 2020

Gegenwart


Du dringst ein

in mich hinein

durch meine Maskenmauer

Mauermasken

hindurch

und

durch die vielen Zäune

Mäntel

Mauern

zu meinem Schutz aufgestellt

dringst du hindurch

unauffällig

unbemerkt

tief in mich hinein

und bist da

zärtliche Gegenwart

heilend

die Wunden in mir

mit dem sanften Hauch

deines Atems

in mir


(Quelle: Annette Schulze)

Claudia Leiters

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Tagesimpuls zum 13. Dezember 2020

Abenteuer Advent – das ist warten und lauschen, ob sich irgendwas tut.
Das ist suchen und sich auf den Weg machen.
Das ist mitten im Dunkel den Stern sehen und ihm trauen.
Das ist träumen und wünschen, hoffen und ersehnen.
Das ist sich nicht zufrieden geben mit dem, was ist –
das ist sich ausstrecken nach dem, was noch nicht ist, aber was sein könnte.
Das ist sehnsüchtig sein nach mehr Leben und Lebendigkeit,
das ist Ausschau halten nach Gott in meinem Leben.
Das ist staunen können, wach sein, hellwach – und hinschauen,
hinschauen auf mein Leben, auf diese Welt.

Und damit fängt das Abenteuer schon an:

Das Unsagbare hören,
dem Unglaublichen trauen,
sich aufmachen,
sich auf den Weg machen.

Autorin: Andrea Schwarz

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Tagesimpuls zum 14. Dezember 2020

ZEIT
Die einen Menschen haben nie Zeit. Immer sind sie auf dem Sprung.
Immer sind sie unter Zeitdruck.
Hektisch jagen sie von einem Termin zum anderen.
Aber es gibt auch Menschen, die haben viel Zeit.
Für sie scheint die Zeit ein anderes Tempo zu haben.
Sie haben viel Zeit - Zeit, die nur langsam vergeht und scheinbar nicht vorübergehen will.
Sie verrinnt wie der Inhalt einer Sanduhr: Körnchen für Körnchen.

Man kann zusehen wie die Zeit vergeht.
Auch wenn es so aussieht als würden die Zeiger der Uhr sich nicht
bewegen - selbst wenn die Uhr stillsteht, die Zeit verrinnt trotzdem.
Lautlos fließt die Zeit wie ein Strom und meine Lebenszeit fließt mit.
Ich kann diesen Strom nicht an- oder aufhalten. Auch dann nicht, wenn ich die glücklichen Momente in meinem Leben am liebsten festhalten möchte.
Wer wollte das nicht? Und ist es nicht gerade so, die schönsten Stunden vergehen im Fluge, die ungefüllten, langweiligen scheinen eine Ewigkeit lang nicht zu vergehen?
Ich kann die Zeit aber weder beschleunigen noch bremsen. Ich kann die Zeit entweder nützen oder vertrödeln. Wir alle haben gleich viel Zeit, Zeit nachzudenken, Zeit um zu warten.
Wir haben die Fähigkeit uns an Vergangenes zu erinnern. Die Zeit gibt uns Raum zum Arbeiten und Spielen, zum Tun und Lassen, sie gibt uns Freiheit uns so oder anders zu verhalten.
Wir alle leben in der Zeit, sind ihr ausgesetzt.
Woher kommt die Zeit? Wo geht sie hin?
Wir kennen ihre Quelle und ihre Mündung nicht. In der Zeit ist etwas vom Ursprung und Ende zu spüren. Und dazwischen leben wir. Heute. Jetzt.
Ist das alles? Nein!

Da ist nämlich einer, der das alles zusammenhält: Zeit und Ewigkeit. Er räumt jedem von uns seine je eigene Zeit ein.
Alles hat seine Zeit, so heißt es im Prediger: Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, abbrechen und aufbauen, weinen und lachen, klagen und tanzen, schweigen und reden.
Alles hat seine Zeit und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
Gott gibt uns die Zeit als wertvolles Geschenk, und wir sollen sie uns nehmen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Nicht in der Vergangenheit verhaftet sein oder der Zukunft zugewandt. Nein: Leben heute, leben im Hier und Jetzt, leben im Augenblick.
Unsere Zeit ist aufgehoben in Gottes Händen - der Psalmbeter weiß darum wenn er sagt: Meine Zeit steht in deinen Händen.
Dieser Satz gibt uns Hoffnung. Die hektische, aber auch die wartende und ewige Zeit ist in Gottes Händen.

Text aus: Seelsorge im Alter. Gottesdienst zum Thema Zeit

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Tagesimpuls zum 15.12.2020

Tausende von Kerzen kann man mit dem Licht einer Kerze anzünden, ohne dass ihr Licht schwächer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.

Buddha


Advent

Zwischen allen Leuchtreklamen
Warten auf das eine Licht
das in Kriegs- und Schreckensdramen
Frieden für die Welt verspricht

Unter allen lauten Schreien
die die Ohren zugedröhnt
will ein leiser Ruf befreien
dass die Welt mit Gott versöhnt

Über allen Dunkelheiten
leuchtet still ein neuer Stern
Gottes Sohn will uns begleiten
seine Ankunft ist nicht fern

Hans-Rudolf Kruse


Advent Advent ein Jeder rennt

Im Kaufhaus sieht man Menschen flitzen An Fenstern grelle Lichter blitzen Auch seit November hängt nun schon Der Weihnachtsmann dort vom Balkon. Die Hausfrau überlegt seit Wochen was tut sie wann an Weihnacht kochen. Wo ist sie die Besinnlichkeit In dieser Vorweihnachtszeit? Der Plätzchenduft, der Kerzenschimmer Geschenke basteln im warmen Zimmer Weihnachtslieder und Geschichten die von der Geburt Jesu berichten. Ich wünsch Euch für die kommende Zeit etwas mehr von der Besinnlichkeit.

Klaus Göltl

(Hans Georg Steiffert)

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Tagesimpuls für den16.12.2020

WÜNSCHE

Ich wünsche dir Mut
zu beginnen und zu vollenden
die Zuversicht dich trotz dunkler Zeiten
zum Licht zu wenden

ich wünsch dir die Kraft zu versuchen
und zu scheitern
die Grenzen zu kennen
um sie zu erweitern

ich wünsch dir Geduld
ich wünsch dir Sturm und Drang
ich wünsch dir die Stille
ich wünsch dir den Klang

ich wünsch dir dass du Dinge veränderst
und wenn es sein muss akzeptierst
dass du immer mit Anstand
gewinnst oder verlierst

ich wünsch dir Vernunft
und verrückte Ideen
den Mut zu glauben
und zu verstehen

ich wünsch dir Geduld
ich wünsch dir Sturm und Drang
ich wünsch dir die Stille
ich wünsch dir den Klang

ich wünsch dir die Weisheit zu erkennen
wenn es an der Zeit ist zuzuhören
oder sich einzumischen
und zu wehren

ich wünsche dir Momente nur für dich
und doch die Gewissheit „du bist nie allein“
ich wünsch dir das ja
ich wünsch dir das nein

ich wünsch dir Geduld
ich wünsch dir Sturm und Drang
und nach jedem Ende
einen Neuanfang

(Text: Carolin & Andreas Obieglo aus dem Album Carolin No "No No", 2020)

(Norbert Oeser)

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Tagesimpuls zum 17. Dezember 2020

Vorsatz


Ich werde kein ungelebtes Leben sterben.

Ich werde nicht in Angst leben vorm Fallen oder Feuer fangen.

Ich wähle, meine Tage zu bewohnen,

und erlaube meiner Lebensweise, mich zu öffnen,

um mich weniger Ängstlich sein zu lassen,

zugänglicher,

um mein Herz zu lösen,

bis es ein Flügel wird,

eine Fackel, ein Versprechen.

Ich wähle, meine Wichtigkeit zu riskieren;

So zu leben, dass das, was zu mir als Same kommt,

als Blüte zum Nächsten geht,

und das, was zur mir als Blüte kommt,

weitergeht, als eine Frucht.


Dawna Markova

(Rita Kowal)

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Tagesimpuls zum 18. Dezember 2020


Tagesimpuls zum 19. Dezember 2020


Die Gabe der Weisen (O.Henry)

Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Das war alles. Und sechzig Cent davon bestanden aus Penny-Stücken. Pennies, die sie durch zähes Feilschen dem Krämer,
dem Fleischer und dem Gemüsehändler nach und nach abgehandelt hatte bis es ihr die Schamröte ins Gesicht trieb, denn sie bemerkte sehr wohl, dass
man ihr diese Pfennigfuchserei insgeheim als kleinlichen Geiz anlastete. Dreimal zählte Della nach. Ein Dollar und siebenundachtzig Cent. Und morgen war Weihnachten.
Da blieb nun wirklich nichts anderes übrig, als sich auf das schäbige alte Sofa zu werfen und zu heulen. Was Della denn auch tat. Und was uns zu der hochphilosophischen
Überlegung führt, dass das Leben aus Schluchzen, Seufzen und Lächeln besteht, wobei die Seufzer wohl in der Überzahl sind. Während die Damedes Hauses allmählich vom
ersten der genannten Stadien in das zweite hinübergleitet,werfen wir einen Blick in ihr Heim.
Eine möblierte Wohnung für acht Dollar die Woche, die eigentlich mehr die Bezeichnung Asyl verdient, denn nur wenig unterscheidet sie von den unsäglichen
Behausungen, die die Fürsorge Obdachlosen zur Verfügung stellt. Im Entree befand sich ein Briefkasten, in den nie ein Brief fiel, und ein Klingelknopf,
dem keines Sterblichen Finger jemals einen Ton entlocken würde. Vervollständigt wird dieses Bild durch ein Schildchen mit der Aufschrift „Mr. James Dillingham
Young“.
Den Namen „Dillingham“ hatte man in besseren Zeiten dort unten angebracht, als vorübergehender Wohlstand seinem Besitzer dreißig Dollar pro Woche einbrachte.
Jetzt war sein Einkommen auf zwanzig Dollar geschrumpft und die Buchstaben auf dem Namensschildchen waren von Wind und Wetter so ausgebleicht,
dass sie aussahen, als würden sie ernsthaft darüber nachdenken, ob sie sich nicht besser zu einem bescheidenen und ganz anspruchslosen „D“ zusammenziehen
sollten, jedes Mal aber, wenn Mr. James Dillingham nach Hause kam und seine Wohnung betrat, wurde er von Mrs. James Dillingham - die wir
Ihnen bereits als „Della“ vorgestellt haben - stürmisch umarmt und begeistert als„Jim“ begrüßt. Was eigentlich alles sehr erfreulich ist.

Della hörte zu weinen auf und retuschierte die Tränenspuren in ihrem Gesicht mit der Puderquaste. Sie stand am Fenster und sah betrübt einer grauen Katze zu,
die in einem grauen Hinterhof einen grauen Zaun entlangschlich. Morgen war Weihnachten, und sie hatte nur einen Dollar und siebenundachtzig Cent, um Jim
ein Geschenk zu kaufen. Seit Monaten hatte sie nach Kräften jeden Penny gespart - und das war alles, was dabei herausgekommen war. Mit zwanzig Dollar in
der Woche kommt man nicht sehr weit. Sie hatte mehr Ausgaben gehabt als geplant.
Das ist ja immer so. Nur ein Dollar und siebenundachtzig Cent, um Jim ein Geschenk zu kaufen. Ihrem Jim.
Viele glückliche Stunden hatte sie damit verbracht, sich etwas Hübsches für ihn auszudenken. Etwas wirklich Feines, Seltenes, Kostbares, etwas, das, wenn auch
halbwegs, der Ehre würdig sei, ihrem Jim zu gehören. Zwischen den Fenstern des Zimmers hing ein schmaler, langer Pfeilerspiegel.
Vielleicht haben Sie eine solche Art von Spiegel in einer Acht-Dollar-Wohnung gesehen. Nur eine sehr schlanke und bewegliche Person kann, so sie ihr Spiegelbild
in einer raschen Folge von Längsstreifen zu betrachten in der Lage ist, ein einigermaßen zuverlässiges Bild ihrer äußeren Erscheinung gewinnen. Da Della
2 schlank war, beherrschte sie diese Kunst. Plötzlich wirbelte sie herum und stellte sich vor den Spiegel. Ihre Augen blitzten aufgeregt, doch ihr Gesicht hatte in weniger
als zwanzig Sekunden alle Farbe verloren. Rasch loste sie ihr Haar und ließ es in seiner vollen Länge herabfallen.

Nun gab es zwei Dinge im Besitz von Mr. und Mrs. James Dillingham Young, auf die sie beide mächtig stolz waren. Eines davon war Jims goldene Uhr, die zuvor
schon seinem Vater und seinem Großvater gehört hatte. Das andere war Dellas Haar. Hätte in der Wohnung jenseits des Lichtschachts die Königin von Saba gewohnt,
so hätte Della vielleicht eines Tages ihr Haar zum Trocknen aus dem Fenster gehängt, und alle Juwelen und sonstige Schätze Ihrer Majestät wären zur
Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Und wären König Salomo Portier im Haus der Dillinghams gewesen und hätte all seine Reichtümer im Keller gestapelt, so
hätte Jim jedes Mal im Vorbeigehen seine Uhr gezückt, und der König hätte sich vor Neid den Bart gerauft.
So fiel nun Dellas schönes Haar wie brauner Wasserfall glänzend und sanft sich kräuselnd an ihr herab. Es reichte ihr bis unter die Knie und umhüllte sie fast wie
ein Gewand. In nervöser Hast steckte sie es wieder auf. Einen Augenblick lang schwankte sie noch in ihrem Entschluss, während eine Träne oder möglicherweise
auch zwei auf den abgetretenen roten Teppich tropften. Schnell zog sie ihre alte braune Jacke an, schnell setzte sie ihren alten braunen Hut auf. Mit wehenden
Röcken und immer noch diesem Leuchten in den Augen huschte sie aufgeregt durch die Tür, die Treppe hinunter, auf die Straße.
Sie blieb erst stehen, als sie ein Schild erreicht hatte, auf dem zu lesen war: „Mme. Sofronie, Haarteile aller Art“. Della rannte die Treppe hinauf und rang,
oben angekommen, nach Luft und Fassung. Die Gnädige Frau war wohl genährt, bleichgesichtig und eiskalt. Sie sah kaum so aus, als könne sie „Sofronie“ heißen.
„Wollen Sie meine Haare kaufen?“, fragte Della. "Ich kaufe Haar“, antwortete Madame. „Dann nehmen Sie mal lhren Hut ab und
lassen Sie sehen.“ Herunter strömte der braune Wässerfall. „Zwanzig Dollar“ bot Madame und griff mit geübten Händen in die Haarflut.“ „Schnell, geben Sie mir
das Geld“. Die nächsten zwei Stunden eilten dahin wie auf rosigen Flügeln - das ist ein stilistisch nicht gerade brillanter Vergleich, vergessen Sie ihn also lieber.
Della stürmte durch die Läden auf der Suche nach Jims Geschenk.
Sie fand es schließlich. Es war nur für Jim gemacht und für niemand anders, das stand fest. In keinem der anderen Geschäfte hatte sie auch nur eines gefunden,
das diesem hier auch nur annähernd gleichkam. Und sie hatte sie wirklich alle auf den Kopf gestellt. Es war eine schlichte, edle und in der Form vollendete Uhrkette
aus Platin, deren Wert sich allein in ihrem Material offenbarte und nicht in auffälligen Verzierungen. Sie war gerade so, wie alle wirklich guten Dinge sein
sollten. Sie war sogar der Uhr aller Uhren würdig. Kaum dass Della sie gesehen hatte, wusste sie, dass sie Jim gehören musste. Sie war wie er, dezent, vornehm
und wertvoll - diese Begriffe treffen es wohl ziemlich genau.
Einundzwanzig Dollar nahm man ihr ab, und sie eilte mit den siebenundachtzig Cent nach Hause. Mit dieser Kette an seiner Uhr konnte Jim in jeder Gesellschaft
stilvoll nach der Zeit sehen. Denn wenn die Uhr auch ein Prachtstück war, so schaute er sie oft nur verstohlen an, denn sie war an einem Lederriemen statt an
einer Uhrenkette festgemacht. Als Della zu Hause ankam, dämpften Vernunft und ruhige Überlegung ein wenigihren Taumel, Sie holte ihre Brennschere hervor,
zündete das Gas an und machte sich daran, die verheerenden Folgen zu beheben, die ihre Großzügigkeit im Verein mit ihrer Liebe zu Jim bewirkt hatten.
Und das, liebe Freunde, ist stets eine ungeheure Aufgabe, ein wahres Mammutprogramm. Vierzig Minuten später war ihr Kopf mit winzigen, eng anliegenden
Löckchen bedeckt, mit denen sie aussah wie ein bezaubernder Lausbub, der gerade Schule schwänzt. Sie besah sich lange, sorgfaltig und kritisch im Spiegel.
„Wenn Jim mich nicht umbringt“, sagte sie sich, „wird er behaupten, dass ich wie ein Revuegirl von Coney Island aussehe, wenn er mich überhaupt noch eines
zweiten Blickes würdigt. Aber was bitte, hätte ich tun können? Was hätte ich mit einem Dollar und siebenundachtzig Cent anfangen sollen?“
Um sieben Uhr war der Kaffee fertig und auf dem Ofen stand die Pfanne bereit, in denen die Koteletts gebraten werden sollten.
Jim kam nie zu spät. Della rollte die Uhrkette in ihrer Hand zusammen und setzte sich auf die Tischkante gegenüber von der Tür, durch die er immer hereinkam.
Als sie seine Schritte unten im Stock hörte, wurde sie einen Augenblick lang ganz weiß. Sie hatte die Angewohnheit, kleine Stoßgebete gen Himmel zu richten,
auch wenn es nur um Alltagsdinge ging. So flüsterte sie auch jetzt: „Bitte, lieber Gott, mach, dass er mich immer noch hübsch findet.“
Die Tür ging auf, Jim trat ein und machte sie hinter sich zu. Er sah schmal und sehr ernst aus. Armer Kerl! Er war erst zweiundzwanzig - und schon hatte er eine
Familie zu versorgen. Er brauchte dringend einen neuen Mantel, und Handschuhe hatte er auch keine. Jim blieb an der Tür stehen, bewegungslos wie ein
Jagdhund, der eine Wachtel wittert. Er fixierte Delta, und in seinen Augen war etwas, das sie nicht zu deuten vermochte, das sie aber erschreckte. Es war weder
Zorn noch Überraschung, weder Missbilligung noch Entsetzen, und es war auch keines der Gefühle, auf die sie gefasst war. Er starrte sie mit diesem seltsamen
Ausdruck im Gesicht ganz einfach nur an. Della rutschte vom Tisch herunter und lief auf ihn zu.


„Bitte, lieber Jim, sieh mich nicht so an. Ich habe mein Haar abgeschnitten und verkauft, weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, kein Weihnachtsgeschenk
für dich zu haben. Es wachst bald wieder nach, du bist mir doch deswegen nichtböse oder? Ich musste es einfach tun. Mein Haar wächst furchtbar schnell. Wünschen
wir uns „Fröhliche Weihnachten“, Jim, und lass uns ganz einfach glücklich sein! Du weißt ja gar nicht, was für ein schönes, ja, was für ein wunder-, wunderschönes
Geschenk ich für dich habe.“ „Du hast dein Haar abgeschnitten?“, stieß Jim schließlich mühsam hervor, so als sei ihm die Tatsache auch nach größter
gedanklicher Anstrengung noch nicht zu Bewusstsein gelangt und als wolle er sie erst nach reiflicher Überlegung anerkennen. „Abgeschnitten und verkauft“,
antwortete Della. „Magst du mich nicht trotzdem genauso gern? Ich bin auch ohne Haar immer noch dieselbe, oder?“
Jim sah sich forschend im Zimmer um. „Du sagst, dein Haar sei fort?“ fragte er,
was ein wenig einfältig klang. „Du brauchst gar nicht danach zu suchen“, erwiderte Della. „Ich sage dir ja, ich habe es verkauft. Es ist weg. Und weg ist weg.
Aber heute ist Heiliger Abend. Komm, sei ein wenig lieb zu mir, ich hab’s doch für dich getan. Es mag ja sein, dass die Haare auf meinem Kopf gezählt waren“
fuhr sie mit hinreißender, plötzlicher Ernsthaftigkeit fort, „aber niemand könnte jemals meine Liebe zu dir zählen. Soll ich jetzt die Koteletts braten, Jim?“ Jetzt
endlich schien Jim aus seinem Trancezustand zu erwachen. Er schloss Della in die Arme. Wir wollen daher zehn Sekunden lang in diskreter, taktvoller Weise
irgendeinen belanglosen Gegenstand am entgegengesetzten Ende des Raumes betrachten. Acht Dollar die Woche oder eine Million im Jahr – wo ist da der Unterschied?
Ein Mathematiker oder ein anderer kluger Kopf würde uns eine falsche Antwort geben. Die drei Weisen aus dem Morgenland brachten kostbare Geschenke,
aber jene Gabe war nicht dabei. Sie werden es bald verstehen, was mit dieser dunklen Andeutung gemeint ist.
Jim zog ein Päckchen aus seiner Manteltasche und warf es auf den Tisch. „Täusche dich nicht in mir, Della“, sagte er. „Ich glaube kaum, dass ein Haarschnitt
oder eine Kopfwäsche oder irgendetwas in dieser Richtung mich dazu bringen können, mein Mädchen weniger zu lieben. Aber wenn du dieses Paket aufmachst,
wirst du sehen, warum ich vorhin Probleme hatte, die Fassung zu bewahren.“
Behände weiße Finger zogen an Schnur und Papier. Dann ein entzückter Freudenschrei, dem in echt weiblicher Manier übergangslos Tränen und Wehklagen
folgten. Diese wiederum stellten den Herrn des Hauses augenblicklich vor die Notwendigkeit, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften Trost zu spenden.
Denn dort lagen schönsten aller Kämme, eine ganze Garnitur davon, seitlich und hinten einzustecken. Della hatte sie schon seit langem in einem Schaufenster am
Broadway bewundert.

Es waren herrliche, mit Edelsteinen und Perlen verzierte Käme aus echtem Schildplatt, die von genau der Farbe waren, die zu ihrem verschwundenem Haar
gepasst hätte. Es waren teure Kämme, das wusste sie, und ihr Herz hatte sie voller Sehnsucht begehrt, doch hatte sie nie auch nur im Entferntesten zu hoffen
gewagt, sie jemals zu besitzen. Jetzt gehörten sie ihr, nur waren die Flechten nicht mehr da, die der ersehnte Schmuck zieren sollte.
Doch Sie drückte ihn ans Herz, und schließlich konnte sie auch mit verweinten Augen und einem Lächeln aufblicken und versichern: „Meine Haare wachsen ja
so schnell, Jim!“ Da plötzlich sprang sie auf wie ein Kätzchen, das sich das Fell versengt hat und rief: „Oh, oh!“
Jim hatte ja sein wunderschönes Geschenk noch nicht gesehen. Sie hielt es ihm eifrig auf der geöffneten Hand entgegen. Das kostbare, matt glänzende Metall
schien plötzlich aufzuleuchten und ihr helles kristallklares Wesen widerzuspiegeln. „Ist sie nicht prächtig? Ich habe die ganze Stadt nach bis ich sie endlich gefunden
habe. Jetzt kannst du getrost hundertmal am Tag nach der Zeit sehen. Gib mir deine Uhr. Ich will doch mal sehen, wie sie dazu aussieht.“
Aber Jim tat nicht, was sie sagte. Stattdessen ließ er sich auf das Sofa fallen, faltete die Hände hinterm Kopf und lächelte. „Della“, sagte er, „lass uns unsere
Weihnachtsgeschenke wegpacken und eine Weile aufheben. Sie sind zu schön, als dass wir sie gleich jetzt benutzen sollten. Ich habe die Uhr verkauft, um das
Geld für deine Kämme zu bekommen. Und jetzt, denke ich, wärs an der Zeit, die Koteletts aufs Feuer zu stellen.“
Die Heiligen Drei Könige waren, wie Sie wissen werden, weise Männer, - wunderbar weise Männer -, die dem Kind in der Krippe Geschenke brachten. Sie erfanden
die Kunst des weihnachtlichen Schenkens. Und da sie weise waren, wählten sie Ihre Gaben zweifellos mit Bedacht und behielten sich für den Fall, dass eine
davon schon vorhanden sein könnte, das Recht vor, sie nach dem Fest umtauschen zu können. Und da habe nun ich, nicht sehr geschickt übrigens, Ihnen die
ziemlich ereignislose Geschichte von zwei törichten Menschenkindern in einer möblierten Wohnung erzählt, die so unklug waren, einander ihre größten Schätze
zu opfern. Doch in einem Schlusswort an die Weisen unserer Tage lassen Sie mich noch eines sagen, dass nämlich von allen, die schenken, diese beiden die
Weisesten waren. Von allen, die schenken und beschenkt werden, sind Menschen wie sie am weisesten. Immer und überall. Sie sind die Könige.

© 2004 Pattloch Verlag GmbH & Co. KG, München

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Tagesimpuls zum 20. Dezember 2020

Adventsnacht

Kein Stern, das Dunkel,

kein Engel, die Menschen


Aber dann waren es die tröstlichen Worte

die im Schneeregen fallen

leise beleuchtet


zum Tanz verleiten

ein paar Schritte

und Herztöne

den Weg entlang


Und dann waren es die tröstlichen Worte

die vom Himmel schweben

berechnen nichts

beurteilen niemand

befeuchten das tote Laub

finden die Risse

erleuchten die Welt


Und dann war es doch noch das

unerwartete

unübersetzbare

Wunder

einer

Adventsnacht



Frank Howaldt

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Tagesimpuls zum 21.12.2020

Adventsegen

Mögen wir uns aufrichten

aus den Sorgen des Alltags

und unser Haupt erheben

in gotteskindlichem Vertrauen.


Mögen unsere Augen Ausschau halten

hinein in die Weite der Verheißung

und unsere Hände Lampen tragen

mit dem Öllicht wachender Sehnsucht.


Möge unser Mund erfüllt sein

von horchendem Schweigen

und unser Herz singen,

denn…


unsere Erlösung ist nahe.



Text: Veronika Pabst, Mitarbeiterin der Klinikseelsorge Ingolstadt










Tagesimpuls zum 22.12.2020

Das richtige im Falschen. Oder: Wenn alles richtig sein muss

Der Heilige Abend läutet Weihnachten ein, denn er gehört nach jüdisch-christlicher Vorstellung schon zum 1. Weihnachtstag.

Weihnachten feiern wir am 25. Dezember, weil dort die Sonnenwende liegt und die Tage wieder länger werden. Jesu Geburt ist die Wiederkehr des Lichts in die finstere Welt.

Mit solchen Weisheiten ist Gerd groß geworden. Er weiß wann und wie Weihnachten richtig zu feiern ist. Und den Baum schmückt man auch nicht vor dem 23.! Und die Lichter müssen eigentlich echte Kerzen sein. Und sie dürfen nicht vor dem Heiligen Abend entzündet werden. Und dann wird auch gesungen, damit es richtig Weihnachten wird.
Gerd weiß, wie Weihnachten sein muss, um richtig Weihnachten zu sein. Und er weiß auch, dass so viele das falsch machen. Das findet er schade.

In der vorigen Woche, es war Ende November, kam Gerd sehr spät von der Arbeit nach Hause. Wie es kurz vor dem Jahresende immer ist, nehmen die Tage in der Firma kein Ende. Wie viel muss noch abgewickelt werden! Was muss vor der Weihnachtspause noch erledigt sein! Es war einer dieser Tage, an denen alles wieder länger dauert und nichts fertig wird. Gerd hatte das Gefühl, mehr Arbeit auf den Schultern nach Hause zu tragen, als er bei der Arbeit hatte erledigen können. Er war müde. Es war schon dunkel und er kam sich vor wie ein Maulwurf, der das Tageslicht nur noch aus Erinnerung kennt.

So erschöpft und vielleicht ein bisschen traurig kam er an einem erleuchteten Wohnzimmerfenster vorbei. Und da stand ein wunderbar gewachsener, großer... Weihnachtsbaum. Er erstrahlte über und über im Licht der elektrischen Kerzen. Und er war schön! Und Gerd? Gerd fand ihn auch schön. Und er bekam ein warmes Gefühl im Bauch. Eine tröstliche Wärme, dass dieser Tag doch mehr hatte als Pflicht und Mühsal.

Und das vier Wochen vor dem Heiligen Abend! Ja geht das denn?
Vielleicht muss manches falsch laufen, damit etwas richtig sein kann. Vielleicht kann ein klitzekleines Wunder nur dann geschehen, wenn nicht alles richtig läuft. Vielleicht muss manches schief laufen, damit im Stall ein Kind geboren wird.
Und davon könnte nicht nur Josef ein Lied singen.

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Hanno Riße


Tagesimpuls zum 23. Dezember 2020

Umkehr

Wenn Gott selbst in der Krippe von Bethlehem
auf die Welt kommen will so ist das nicht eine idyllische
Familienangelegenheit,sondem es ist der Beginn einer völligen
Umkehrung, Neuordnung aller Dinge dieser Erde.
Wem wir an diesem Advents- und Weihnachtsgeschehen
teilehmen wollen, so können wir nicht einfach
zuschauerisch wie bei einem Theater danebenstehen
und uns an den freundlichen Bildeern erfeuen,
sondem dann werden wir selbst in diese
Handlung, die da geschieht, in diese Umkehr aller
Dinge, mit hineingerissen, da müssen wir mitspielen
auf dieser Bühne da ist der Zuschauer immer
schon eine handelnde Person in diesem Stück, da
können wir uns nicht entziehen.

(Dietrich Bonhoeffer)

Reiner Weidemann

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Tagesimpuls zum 24. Dezember 2020

Es ist bitterkalt auf den Feldern um Betlehem. Die Hirten wärmen
sich am Feuer. Die Nachricht vom neugeborenen König beschäftigt
Sie a11e überlegen, was Sie dem Kind schenken können. Aber
wer bleibt bei den Schafen?
Sie fassen einen Entschluss: Der muss bei den Schafen bleiben,
dessen Geschenk am leichtesten ist. Sofort bringt einer einen Krug
mit Schafmilch und legt noch einen Käse hinzu.

Ein anderer bringt einen Korb mit Äpfeln. Ein Dritter schleppt
ein Bündel Holz herbei, damit sich a11e am Holzfeuer wärmen können. - Bleibt nur der
kleine Aron übrig. Er hat eine Laterne mit einem winzigen Licht. Das wiegt nicht viel.
Er überlegt. Dann aber steigt er mit der Laterne in der Hand auf die Waage und verkündet:
”Ich komme als Geschenk dazu. Der neugeborene König wird sicher jemanden brauchen,
der sein Licht weiterträgt." Es wird still ums Feuer. Die Großen schauen nachdenklich
auf den kleinen Hirten. Sie denke über seine Worte nach. Sie spüren Aron darf auf
keinen Fa11 zurückbleiben!

P. Manfred Krause
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Tagesimpuls zum 25. Dezember2020


Tgsimpuls zum 26. Dezember 2020a


Tagesimpuls zum 27. Dezember 2020

Die langen Nächte laden uns ein, nach Hause zu kommen und inne zu halten.
Die Ruhe gibt uns Kraft und zeigt uns den Weg unseres inneren Lichtes. Den Weg, für den wir bestimmt sind.
Voller Freude und Liebe. Unser Herz lächelt und lässt uns selbst zu einem der vielen leuchtenden Lichter werden.

„Tue, was dein Herz mit Freude erfüllt und schenke diese Freude weiter.
Hilf einem traurigen Menschen, sein Lächeln wiederzufinden, indem du ihm deines schenkst.
Lass ein trauriges Herz wieder Liebe spüren, indem du selbst hell strahlst.
Lass unsere Welt zu einem besseren Ort werden, indem du an sie glaubst.„

(Autorin: Nancy Zaruba)

Sabine Jäger

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Tagesimpuls zum 28. Dezember 2020

Das Glück

Es sitzt sich weich auf unserem Sofa. Gemütlichkeit in unserem Haus.

Geschmackvoll wählten wir die Bilder zur Farbe der Gardinen aus.

Wir schließen nachts die Jalousien, hab‘n neue Schlösser in der Tür.

Das Glück soll sich doch sicher fühlen als Dauermieter, dachten wir.

Da hat‘s das Bündel schon geschnürt.

Ich glaub, es wohnt nicht gern möbliert

Und scheint die Sicherheit zu meiden.

Versprechen, die vergisst es prompt,

und dass es niemals pünktlich kommt,

kann ich nicht leiden.

Ich hab‘ es tief als Kind geatmet im Kirschenbaum zur Blütenzeit.

Da warf‘s mir seine Glückshaut über grad wie ein Sternentalerkleid.

Ich traf es unter jungen Leuten, wir feierten bei Kerzenschein.

Es war spontan, verrückt, bescheiden und machte aus dem Wasser Wein.

Dann ging es fort und kam nicht mehr.

Ich hechelte ihm hinterher.

Doch ich war nie sehr gut im Rennen.

Einmal kam es ungeheuer groß,

es trug ein Baby auf‘m Schoß.

Da schossen uns vor Glück die Tränen.

Ich fand es mal beim Muscheln suchen. Da gab es sein Geheimnis preis:

Du rennst mir nach, willst mich erzwingen. Halt inne, schau und sei ganz leis.

Dann wirst du staunend mich entdecken. Dann hörst du meinen Glücksgesang,

Und ich kann dir aus vielen Blicken entgegenschau‘n dein Leben lang.

Ich bin im Brotgeruch versteckt,

und wenn dich deine Liebste neckt

im Dunkeln, dann hörst du mich lachen.

Ich warte auf dich jetzt und hier,

und wenn du singst, bin ich bei dir,

dich froh zu machen!


(Gerhard Schöne aus Andere Zeiten)

Rita Kowal

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Tagesimpuls zum 29. Dezember 2020


Tagesimpuls zum 30. Dezember 2020


Tagesimpuls zum 31. Dezember 2020


Tagsimpuls zum 1. Januar 2021


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