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Stellungnahme zum Mißbrauchsgutachten

Stellungnahmen von Pfarreirat, Kirchenvorstand und Seelsorgeteam der Kirchengemeinde
St. Arnold Janssen zum Missbrauchsgutachten des Bistums München und zur Initiative
#outinchurch

Die Ereignisse der letzten Tage in und um die katholische Kirche, veranlassen uns, den Pfarreirat,
den Kirchenvorstand und das Seelsorgeteam von St. Arnold Janssen zu dieser Stellungnahme.

1. … zur Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens des Bistums München
Die Ergebnisse des Münchener Missbrauchsgutachtens haben uns wieder einmal entsetzt. Wir sind
fassungslos, wie sich immer noch viele Verantwortliche in den Bistumsleitungen und der
Kirchenleitung herausreden, Verantwortung verschieben, kleinreden oder gar leugnen. Immer noch
zeigen die Stellungnahmen der Verantwortlichen keine oder viel zu wenig Aufmerksamkeit für die
Betroffenen. Angesichts des Leids so vieler, deren Leben durch Taten von Priestern und
Kirchenmitarbeiter*innen zerstört wurde, ist es nicht zu ertragen, wenn es nur um den Ruf der
Kirche geht!
Wir sehen und können gut verstehen, dass Menschen nicht nur an der Institution Kirche zweifeln.
Auch die Botschaft Jesu steht für viele in Frage, wenn Menschen, die sie verkünden, sie zu eigenem
Machterhalt instrumentalisieren. Das können wir so nicht mittragen.
Was unsere Gemeinde lebendig hält und uns aus tiefstem Herzen wichtig ist, ist die Überzeugung,
dass unsere Gemeinschaft, mit Gott als Fundament, dem Leben dienen muss. Nur so können wir
uns Kirche und Gemeinde vorstellen.
Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben. Wir möchten in unserer Gemeinde dafür leben, wofür
Jesus gelebt hat: Hoffnung und Perspektive für alle Menschen. Und wir möchten Sie alle ermutigen:
erheben Sie das Wort, helfen Sie mit, mit uns gemeinsam, die Kirche zu werden, in der die
Botschaft Jesu wirklich lebendig sein kann.

2. … zur Initiative #outinchurch
125 Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der katholischen Kirche in Deutschland haben
sich am Montag, dem 24. Januar dieses Jahres, in dem ARD-Film „Wie Gott uns schuf“ geoutet.
Wir sind beeindruckt vom Mut aller, die an der Initiative beteiligt sind. Gleichzeitig sind wir
traurig, dass es heute, 2022, in unserer Kirche immer noch Mut braucht, dass Menschen ganz
selbstverständlich zu ihrer Identität stehen können.
Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass alle Menschen von Gott so erschaffen und geliebt sind, wie
sie sind. Mit ihren jeweiligen Persönlichkeiten und Lebensentwürfen geben sie Gott in der Welt ein
Gesicht. Ihr Gesicht. Gottes Segen gilt allen Menschen, die ihn erbitten. Alle Beziehungen, die in
Liebe zueinander, auf Augenhöhe, in gegenseitigem Vertrauen und Respekt gelebt werden, stehen
unter Gottes Segen. Das möchten wir in unserer Gemeinde leben.
Es wird Zeit, dass in unserer Kirche niemand mehr Angst haben muss, sich offen und ehrlich mit
der eigenen Identität einzubringen, bzw. diskriminiert zu werden. Wenn das in der Kirche Jesu
Christi nicht geht, wo dann? Dafür möchten wir Gemeinde sein. (Nähere Informationen finden sie
hier: www.outinchurch.de)

Februar 2022

Pfarreirat, Kirchenvorstand und Seelsorgeteam der St-Arnold-Janssen-Kirchengemeinde, Goch
(Für den Wortlaut der Stellungnahme danken wir der Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Dülmen)

Die Stellungnahme zum Herunterladen finden Sie hier [70 KB]

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